Die ersten Bauern

Wirtschaft und Siedlung der ersten Bauern

In der Jungsteinzeit Norddeutschlands (Neolithikum, ca. 4000- 2000 v.Chr.) lagen die Jahresdurchschnittstemperaturen 2 bis 3 Grad über den heutigen. Diese feucht-warme Klimaverbesserung begünstigte die Ausbreitung des Eichenmischwaldes, in dem neben der Eiche die Ulme, Linde, Esche und Erle heimisch wurden. Die Zusammensetzung des Wildtierbestandes unterschied sich kaum vom jetzigen. Das Ur, ein Vorfahre unseres Hausrindes, war weit verbreitet. Schaf, Ziege, Rind und Schwein wurden von den Menschen als Haustiere gehalten.

 

Beeindruckend sind die Hinterlassenschaften der ersten Bauern in der Lüneburger Heide als sie noch keine Heide war: die Großsteingräber. Über die Häuser und Dörfer dieser Menschen der Trichterbecherkultur ist bisher wenig bekannt. Jedenfalls bildeten Ackerbau und Viehzucht zusammen mit Jagd und Sammeln die Wirtschaftsgrundlage. Um Platz für Siedlungen und Dörfer zu schaffen, musste der Wald mit Steinbeilen gerodet werden. In Niedersachsen sind bei Wittenwater im Landkreis Uelzen und bei Dohnsen im Landkreis Celle bei älteren Ausgrabungen Grundrissreste entdeckt worden. Die besten Ergebnisse lieferte eine Untersuchung in Flögeln im Landkreis Cuxhaven in den siebziger Jahren.

 

Die Häuser bestanden aus Pflanzen und Lehm. Holzstämme bildeten das Gerüst, auf dem ein reetgedecktes Dach ruhte. Die Wände flocht man aus Weidenruten, die mit Lehm beworfen wurden. Über die Inneneinrichtung der Häuser ist bisher nichts bekannt. Wahrscheinlich waren sie bemalt und verziert.