Siedlungsformen

Die ältesten bis heute bewohnten Siedlungen im Landkreis Uelzen gehen auf die Sachsen zurück, die sich etwa 600 n. Chr. am Ende der Völkerwanderung in Norddeutschland etablierten.

 

Die meisten Dörfer liegen in der Nähe von Bächen und Flüssen. Die klassische auenorientierte Lage gewährleistete die Wasserversorgung von Mensch und Tier und bot den Vorteil verschiedener Vegetationszonen in nächster Nähe: Direkt unterhalb des Dorfes schloss die Aue und damit frisches Weideland an, oberhalb lagen die Äcker.

 

Charakteristisch für den Landkreis Uelzen ist, dass hier zwei Verbreitungsgebiete von Siedlungstypen aneinander treffen. Der Westen des Landkreises ist von Haufendörfern geprägt, im Osten kommen Rundlinge und Straßendörfer hinzu.

Haufendörfer sind Siedlungen, in denen die Bauernhöfe mehr oder weniger dicht und ungeregelt beieinander liegen, z.B. in Varendorf, Wessenstedt und Nettelkamp. Neue Höfe fanden ihren Platz in oder am Rande des Dorfes, jedoch nie außerhalb. So ist die Umgebung von Haufendörfern in der Regel frei von jeglicher Ansiedlung.

 

Dem Haufendorf steht der Rundling gegenüber, der sich aus 6-15 hufeisenförmig um einen runden Platz angeordneten Bauerhöfen zusammensetzt. Rundlinge wurden zwischen 1150 und 1200 vermutlich von den Wenden planmäßig angelegt. Sie liegen meist abseits der Fernstraßen und waren früher nur durch einen Stichweg erschlossen. Viele Rundlinge haben auffällige, auf die Slawen zurück zu führende Ortsnamen wie z.B. Kattien, Prielip oder Növenthien. Während es im Wendland viele gut erhaltene Rundlinge gibt, haben sich die meisten das Landkreises Uelzen zu Haufendörfern entwickelt.

 

Zu den Haufendörfern im Westkreis kommen einzelne Zeilen- oder Straßendörfer hinzu, z.B. Secklendorf, Linden oder Ellerndorf. Sie sind auf eine planmäßige Anlage im 12./13. Jahrhundert zurück zu führen. Ihre typische lang gestreckte Form ist oft jedoch verwischt. Einzelhöfe gibt es im ganzen Landkreis kaum. Die wenigen Ausnahmen gelten als Reste früherer Dörfer.

 

Je weiter man sich von Uelzen oder anderen größeren Orten entfernt, desto ursprünglicher sind die Dörfer mit ihren Bauernhäusern, Speichern und Scheunen, ihren Gärten, Pflasterstraßen und Obstwiesen.

 

 

(Quelle: "Unterwegs im Landkreis Uelzen", C. Wiegand, 2002)