Kulinarischer Kalender

 

 

 

Herzhaft und gesund: So schmeckt der Winter in der Heide

Rote Bete – ein Kinder-Albtraum! Kohlmief im Treppenhaus, Arme-Leute-Essen, Viehfutter … Manch einer bekommt „lange Zähne“, wenn er an Kohl, Sellerie, Rote Bete und Steckrüben denkt. Doch immer mehr Menschen holen sich Kohl & Co. wieder auf den Tisch. Sie wissen: Wintergemüse sind Alleskönner – köstlich und kalorienarm, voller Nährstoffe und Vitamine. Nicht zu vergessen: umweltfreundlich, weil vor der Haustür erzeugt – natürlich auch in der Heideregion Uelzen.

 

Vital und gesund durch den Winter

Wenn es kälter wird, entwickeln wir einen erstaunlichen Appetit auf Deftiges, Süßes, Heißes. Wir belasten dann unseren Körper mit Schwerverdaulichem, zu viel Salz, Zucker und Fett. Den winterlichen Schmorgerichten, Aufläufen und Süßspeisen fehlen zudem wichtige Vitalstoffe. Gleichzeitig bekommen wir kaum Sonne ab und hocken meist drinnen – leichtes Spiel für Grippe und Co. Gerade in den dunklen und kalten Monaten brauchen wir also jede Menge Nährstoffe und Vitamine. Aber genau dann verschwinden frische Salate, Gemüse und Obst, die wir im Sommer so genossen haben, einfach vom Speiseplan. Das muss nicht sein! Denn der Winter deckt unseren Tisch üppig mit frischen und gesunden Lebensmitteln. Heimisches Wintergemüse ist sogar wertvoller als ganzjährig verfügbares Sommergemüse wie Zucchini, Paprika und Tomaten. Denn es enthält deutlich mehr Vitalstoffe, Mineralien und Antioxidantien und kommt ohne lange Transportwege aus. Ein weiterer Vorteil: Wintergemüse kann lange lagern und manche Sorten werden den ganzen Winter hindurch frisch geerntet. Wer sich von alten Erinnerungen an „totgekochten“ Kohl lösen kann, dem öffnen sich völlig neue winterliche Geschmackswelten und er tut seinem Körper überraschend viel Gutes. Bei den „alten Ägyptern“ wurde Kohl übrigens als Medizinpflanze angebaut und galt als Heilmittel gegen 87 Krankheiten!

 

Grünkohlfeld / Foto: Pressedienst Obst und Gemüse

Drei Wintergemüse-Tipps

Alle herbstlichen und winterlichen Gemüsesorten  – die es in der Heideregion frisch auf Wochenmärkten und in Hofläden gibt – sind echte Wundertüten in Sachen Gesundheit.

Grünkohl steckt voller Beta-Carotin, Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Diese Vitalstoffe können Entzündungen mildern, das Immunsystem stärken und sogar Krebs bekämpfen. Grünkohl liefert deutlich mehr Vitamin C als Zitronen und enthält mehr Kalzium als Milch! Bislang oft zur Beilage degradiert, mausert er sich neuerdings zum Hauptgericht – und das nicht nur bei den allseits beliebten Grünkohlwanderungen.

Rote Bete – bei Kindern arg unbeliebt – wird von Erwachsenen wiederentdeckt. Dank pfiffiger Rezepte findet sie den Weg zurück auf unsere Teller. Außerdem ist die Rote Rübe verlässlicher Lieferant unter anderem von Vitamin A, B und C, Folsäure, Kalium, Eisen, Magnesium.

Wer im Winter frischen heimischen Salat nicht missen möchte, greift zu Feldsalat. Die nussig schmeckenden kleinen Blätter strotzen geradezu vor gesunden Inhaltsstoffen wie Kalium, Eisen, Magnesium, Folsäure, Beta-Carotin, B-Vitaminen und Vitamin C.

(Franziska Schwarzkopf)

 

Die Heide ist zu jeder Jahreszeit ein kulinarisches Erlebnis. Wann Sie welche Spezialitäten am besten genießen können, erfahren Sie in unserem kulinarischen Jahreskalender.

 

Januar:
Fisch, heimische winterliche Gemüse, Grünkohl, Kopfwurst, Schlachtefest

Februar:
Kopfwurst, Grünkohl, Miesmuscheln, Stint

März:
Fastenmonat, Vollwertkost, Fisch, Miesmuscheln, Stint

April:
Lamm, Heidschnucke, Frühlingsgemüse

Mai:
Spargel, Maischolle

Juni:
Spargel, Matjes, Neue Kartoffeln, Erdbeeren

Juli:
Heidschnucke, Heidelbeeren, Gemüse, Frühkartoffeln, Pfifferlinge, Milchprodukte, Erdbeeren

August:
Heidekartoffeln, Beerenfrüchte, Buchweizen, Heidelbeeren

September:
Äpfel, Birnen, Holunderbeeren, Steinobst, Heidepilze

Oktober:
Kohl, Waldpilze, Steckrübe

November:
Kürbis, Kohl, Wild, Karpfen, Schleie, Forelle, Martinsgans, Ente

Dezember:
Wild, Gans, Ente, traditionelle Heidjer Weihnachtsbäckerei